Ratgeber Stromerzeuger & Notstromaggregate – Fragen & Antworten

Welches Aggregat benötige ich?

Um den richtigen Generator auszuwählen, müssen Sie einige Schritte ausführen. Die Wahl des richtigen Aggregats hängt von mehreren Faktoren ab. Nur wenn Sie alles berücksichtigen, finden Sie den richtigen Generator.

1. Sie erstellen zunächst eine Liste mit der Art und Anzahl der Verbraucher, um die Gesamtleistung zu ermitteln. Darüber hinaus müssen Sie bestimmte Umweltfaktoren berücksichtigen, da sie auch bei der Bestimmung der Leistung eine Rolle spielen. Wenn Sie wissen, welche Lasten Sie gleichzeitig am Generator verwenden möchten, können Sie sehen, ob sie ein- oder dreiphasig sind.

2. Der Einsatzort des Aggregats (drinnen oder draußen) bestimmt, ob es ein geschlossenes Gehäuse oder nur einen Rahmen hat. Offene Aggregate sollten nicht im Regen eingesetzt werden, Wasser kann zu schweren Schäden am Aggregat führen und den Anwender gefährden. Wenn Sie das Aggregat im Freien betreiben, achten Sie darauf, dass es nicht mehr Lärm verursacht als zulässig. Daher müssen Sie die geltenden Lärmstandards berücksichtigen.

3. Bei herkömmlichen 50Hz-Aggregaten sind die am häufigsten verwendeten Motordrehzahlen 3000 U/min oder 1500 U/min. Die Generatoren mit einer Drehzahl von 1500 U/min sind leiser und haben eine längere Lebensdauer. Die Geschwindigkeit hängt von der Anzahl der Polpaare und der Frequenz der Spannung ab, dies hängt von dem Land ab, in dem Sie das Aggregat einsetzen möchten.

4. Vor dem Kauf des Generators müssen Sie die Kraftstoffart bestimmen und damit die Betriebsstunden pro Jahr (Lebensdauer) des Generators berücksichtigen. Im Allgemeinen hat ein Dieselmotor eine längere Lebensdauer als ein Benzinmotor.

Sie können einen Generator auf zwei Arten starten: elektrisch und/oder manuell.

Wie oft sollte ich mein Aggregat ausschalten?

Schalten Sie die Pumpen-Motoreinheit vor dem Betanken immer aus. Wenn das Aggregat längere Zeit unter geringer Last läuft (z.B. nachts, wenn alle schlafen), ist es auch für das Leben des Aggregats besser, es auszuschalten. In einigen Fällen, wie beispielsweise bei Alarmanlagen, ist dies natürlich nicht möglich. Sie können dann ein Ladegerät an das Gerät anschließen, das die Akkus lädt. Dank dieses Ladegeräts können kleine Verbraucher in den Zeiten, in denen der Generator stillsteht, arbeiten.

Was tun bei Regen?

Bei Nässe gelten besondere Bedingungen. Diesen haben wir einen eigenen kleinen Artikel gewidmet, den Sie hier nachlesen können.

Was soll ich tun, wenn der Motor nicht einwandfrei läuft?

Wenn der Motor der Pumpen-Motoreinheit nach einem erfolgreichen Start nicht die erforderliche Drehzahl erreichen oder nicht konstant halten kann, ist es ratsam, die folgenden Punkte zu beachten:

  • Schieben Sie den Choke zurück, der Motor ist bereits erwärmt.
  • Kraftstoffversorgung prüfen
  • Überprüfen Sie die Einstellung des Vergasers (reinigen und ggf. zurücksetzen).
  • Luftfilter auf Reinheit prüfen (reinigen oder ggf. ersetzen)
  • Zündmechanismus prüfen
  • Drehzahlregler prüfen (im Fehlerfall, Reset)
  • Zündfunke der Zündkerze prüfen (Funken)

Was ist die Ursache für einen defekten Kondensator?

Kunden beklagen sich oft darüber, dass ihr Kondensator defekt ist. Dies geschieht bei einphasigen (230V) Generatoren. In der Regel handelt es sich um eine Überspannung des Kondensators. Der Kondensator kann sich bei Überspannung überhitzen und eventuell platzen. Eine Überspannung des Kondensators kann auftreten, wenn:

  • Die Motordrehzahl des Aggregats ist zu hoch.
  • Eine Überlastung wird vermieden. Dies kann dazu führen, dass die Motordrehzahl für kurze Zeit zu hoch wird, so dass auch die Spannung an der Stator-Hilfswicklung des Einphasen-Generators, an den der Kondensator angeschlossen ist, zu hoch ist.
  • Eine Schweißvorrichtung mit dem Gerät verbunden ist.

Beim Anschluss einer Last an das Aggregat ist es daher wichtig, die Nennleistung des Aggregats und die Nennleistung der Last zu berücksichtigen. Andere, weniger häufige Ursachen für defekte Kondensatoren sind:

  • Übermäßige Vibrationen am Kondensator
  • Übertemperatur (unzureichende oder schlechte Kühlung des Generators/Aggregats)
  • „abgenutzter“ Kondensator (die normale Lebensdauer eines Kondensators liegt bei etwa 2500 bis 3000 Betriebsstunden).

Was passiert, wenn mein Aggregat nicht genügend Strom liefert?

Wird das Aggregat vorschriftsmäßig gestartet, erreicht aber nach Erreichen der richtigen Drehzahl nicht die angegebene Leistung, so sind die folgenden Punkte zu überprüfen:

  1. Überprüfung auf ausreichende und konstante Motordrehzahl
  2. alle Verbraucher an- oder abklemmen, damit die Pumpen-Motor-Einheit ohne Last arbeiten kann.

Die folgenden Arbeiten dürfen nur von einem autorisierten Techniker durchgeführt werden:

  1. Überprüfen Sie Kabel und Stecker auf Beschädigungen.
  2. Überprüfen Sie den korrekten Anschluss, den Anschluss und die ausreichende Kapazität der Kondensatoren.
  3. Steckdosen und Sicherungen auf Defekte prüfen
  4. Überprüfen Sie, ob die Statorwicklungen korrekt angeschlossen sind.
  5. Statorwicklungen auf Kurzschlüsse prüfen
  6. Motorwartung

Kann ich meinen Computer, Laptop oder Fernseher an meinen Generator anschließen?

Dies ist möglich, wenn Spannung und Frequenz nicht zu stark schwanken. Die Spannung der Pumpen-Motor-Einheit muss zwischen 200V und 250V liegen. Seien Sie vorsichtig beim Ein- und Ausschalten anderer Verbraucher, da dies zu Spannungsabfällen und -spitzen führen kann. Wenn die Spannungsspitzen zu hoch sind (über 250V), kann die Stromversorgung Ihres Computers, Laptops oder Fernsehers ausfallen.

Beispiel: Sie haben einen Laptop (200W), der an einen Generator angeschlossen ist, der bis zu 3000W liefern kann. Wenn auch ein Verstärker (2000W) an das Gerät angeschlossen ist, kommt es beim Einschalten des Verstärkers zu einem Spannungsabfall. Wenn Sie die Heizung ausschalten, kommt es zu einer Spannungsspitze. Wenn diese größer als 250V ist, kann die Stromversorgung des Laptops ausfallen.

Wenn wir einen Kondensator verwenden, kann es zu Spannungsunterschieden kommen. Die Spannungsabfälle und -spitzen müssen zwischen 200V und 250V liegen, damit die Stromversorgung des Gerätes (z.B. Computer) nicht beschädigt wird.

Sie können eine unterbrechungsfreie Stromversorgung oder USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung) zwischen dem Computer und dem Gerät anschließen. Dann können Sie sicher sein, dass die Stromversorgung Ihres Gerätes nicht ausfällt. Wenn das Gerät mit einem AVR (Automatischer Spannungsregler) ausgestattet ist, liegen die Spannungsdifferenzen zwischen 1 und 2%.

Ein Wechselrichter-Aggregat weist keine starken Spannungsschwankungen auf. Drehzahlschwankungen spielen dabei keine Rolle. Schwankungen haben keinen Einfluss auf die Endspannung.

Kann man ein Aggregat an eine Steckdose anschließen?

Nein. Steckdosen arbeiten nicht einfach synchron zu einem Stromgenerator. Wenn Sie Ihr Haus an ein Aggregat anschließen möchten, können Sie einen Schalter (Dreistellungsschalter) oder eine Start-Stopp-Automatik verwenden. Auf diese Weise wird entweder das Netz oder der Generator als Energiequelle für Ihr Zuhause genutzt.

Wenn das Netz und der Generator zusammenwirken sollen, können Sie den Parallelbetrieb verwenden. Der Parallelbetrieb stellt sicher, dass die Ausgangsspannung und die Frequenz des Generators und des Netzes synchron zueinander sind und es keine Phasenverschiebung zwischen dem Generator und dem Netz gibt.

Die meisten Aggregate sind als Floating Net (= IU-Netz) ausgelegt.

  • I (isoliert) bedeutet, dass alle aktiven Teile von der Erde isoliert sind oder dass eine galvanische Verbindung eines aktiven Teils mit der Erde über einen großen Widerstand besteht.
  • U (ungeerdet) bedeutet, dass alle Erdungen direkt galvanisch miteinander verbunden, aber nicht geerdet sind.

Dies bedeutet, dass Aggregate nicht geerdet werden müssen, wenn maximal ein Klasse-1-Gerät (geerdete Geräte) angeschlossen ist. Für Geräte der Klasse 2 gibt es keine Begrenzung* der Anzahl der Geräte, die gleichzeitig angeschlossen werden können. Geräte der Klasse 2 sind doppelt isolierte Geräte (Doppelquadrat).

 Wenn Sie mehr als ein Gerät der Klasse 1 anschließen möchten, müssen Sie Ihr Gerät mit einem Fehlerstromschutzschalter (Differential- oder Verluststromschalter) ausstatten.

Der Sternpunkt des Generators muss geerdet sein, dazu müssen Sie einen Erdungsstift verwenden. Wenn Sie dies nicht tun, müssen Sie einen Isolationsmonitor verwenden. Der Sternpunkt des Generators ist in der Isolationsüberwachung nicht geerdet und es wird kein Erdungsstift verwendet. Dies wird als TN-S-Netz bezeichnet.

  • T (terre) bedeutet, dass eine direkte Verbindung zwischen dem Sternpunkt und der Erde besteht.
  • N (Neutre) bedeutet, dass die Masse mit dem geerdeten Schutzleiter des Verteilernetzes verbunden ist.
  • S (Séparation) bedeutet, dass der Neutralleiter und der Erdleiter getrennt voneinander ausgeführt werden.